Ausbildung zum veganen Koch, notwendig oder ein Test?
In Folge 26 von „Der letzte Schluck zum Feierabend" sprechen Michael Gehring und ich über neue Ausbildungswege in der Gastronomie und darüber, ob eine eigene Ausbildung zum veganen Koch ein echtes Bedürfnis abdeckt oder eher ein Testballon ist. Für Hoteliers ging es dort um Küchenpersonal. Für Winzer steckt in der Folge etwas anderes: sich wandelnde Kundenerwartungen und die Frage, wie ernst man neue Trends nehmen sollte, bevor man in sie investiert.
Eine eigene Ausbildung für einen wachsenden Ernährungstrend anzubieten, ist eine Wette auf die Zukunft. Bevor man eine solche Wette eingeht, muss man verstehen, ob der Trend trägt oder ob er nur laut ist. Genau diese Abwägung diskutieren wir in der Folge, und sie lässt sich eins zu eins auf den Weinbau übertragen, dort allerdings unter einem anderen Namen: alkoholfreie und alkoholreduzierte Weine, und Weinbereitung ohne tierische Schönungsmittel.
Wenn sich Kundenerwartungen verschieben
So wie in der Gastronomie immer mehr Gäste vegane oder pflanzenbasierte Optionen erwarten, verschiebt sich auch im Weinbau die Nachfrage: mehr Interesse an Weinen mit reduziertem Alkoholgehalt, mehr Nachfragen zu veganer Weinbereitung, mehr Bewusstsein für Inhaltsstoffe. Wer das als vorübergehende Modeerscheinung abtut, riskiert, den Anschluss an eine wachsende Käufergruppe zu verlieren. Wer zu früh und zu stark investiert, riskiert Ressourcen für einen Trend, der sich noch nicht bewährt hat.
Testen statt sofort umbauen
Der Titel der Folge stellt genau diese Frage: notwendig oder Test? Für ein Weingut heißt das konkret, nicht gleich die gesamte Produktion umzustellen, sondern gezielt eine kleine Serie oder eine Zusatzlinie auszuprobieren und die Reaktion echter Kunden zu beobachten, bevor größere Entscheidungen fallen. Das reduziert das Risiko, ohne die Chance zu verpassen.
Mitarbeiterausbildung als Wettbewerbsvorteil
Genau wie in der Gastronomie ist auch im Weingut die Ausbildung der eigenen Mitarbeiter entscheidend dafür, ob ein neues Angebot beim Kunden ankommt. Wer im Verkaufsraum kompetent über alkoholreduzierte Weine oder vegane Schönungsverfahren Auskunft geben kann, verkauft glaubwürdiger als jede Verpackung es könnte. Mehr dazu im Blogartikel Mitarbeiterschulung für Vinothek und Verkauf.
Ein Trend wird erst dann zur Chance, wenn man ihn ausprobiert hat, nicht wenn man nur darüber geredet hat.
Was das für Ihr Sortiment bedeutet
- Prüfen Sie, ob sich Kundenerwartungen in Ihrem Segment tatsächlich verschieben, bevor Sie große Investitionen tätigen
- Testen Sie neue Ansätze wie alkoholreduzierte Weine zunächst in kleinem Umfang, statt die gesamte Produktion umzustellen
- Schulen Sie Ihr Verkaufsteam, damit neue Angebote glaubwürdig erklärt werden können
Folge 26 vollständig hören
Die vollständige Episode mit Michael Gehring und mir gibt es auf Spotify und den anderen gängigen Plattformen. Eine ausführliche Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie im Originalartikel auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.
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