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Mitarbeiterschulung im Vinothek-Verkauf: Warum geschultes Personal mehr verkauft

Zwei Vinotheken können denselben Wein, dieselben Preise und dieselbe Lage haben und trotzdem völlig unterschiedlich verkaufen. Der Unterschied liegt fast immer am Personal. Wer schenkt aus, wer verkauft, das entscheidet sich in wenigen Sätzen am Tresen.

Ein Kunde, der eine Vinothek betritt, hat selten eine feste Kaufentscheidung im Kopf. Er ist offen für eine Empfehlung, für ein Gespräch, für eine Geschichte zum Wein. Genau in diesem Moment entscheidet sich, ob am Ende eine Flasche oder eine Kiste über den Tresen geht. Wer dieses Gespräch nicht führt, sondern nur wartet und ausschenkt, verschenkt regelmäßig Umsatz, ohne es zu merken.

Der Unterschied zwischen Wein ausschenken und Wein verkaufen

Ausschenken heißt: Der Kunde fragt, das Personal antwortet. Mehr passiert nicht. Verkaufen heißt: Das Personal führt das Gespräch aktiv, stellt eine Gegenfrage, macht eine Empfehlung und bietet am Ende noch etwas an, das zur ersten Wahl passt. Der Unterschied klingt klein, macht aber über ein Jahr gerechnet einen erheblichen Teil des Umsatzes am Tresen aus.

Das Problem ist selten fehlender Wille. Viele Mitarbeitende trauen sich einfach nicht, aktiv zu verkaufen, weil ihnen die Sicherheit fehlt, entweder beim Weinwissen oder im Umgang mit dem Gespräch selbst. Genau hier setzt eine gute Schulung an.

Weinwissen so erklären, dass es beim Kunden ankommt

Fachwissen allein verkauft nichts, wenn es beim Kunden nicht ankommt. Eine gute Schulung übersetzt Rebsorte, Lage und Ausbau in Sprache, die der Kunde am Tresen tatsächlich braucht: Wie schmeckt der Wein, zu welchem Anlass passt er, was unterscheidet ihn vom Nachbarwein im Regal. Restzuckerwerte und önologische Details dürfen im Hintergrund vorhanden sein, sie gehören aber nicht an den Anfang des Gesprächs.

Ebenso wichtig ist, dass Mitarbeitende die Weine selbst probiert haben und eine eigene Meinung dazu vertreten können. Ein auswendig gelerntes Etikett überzeugt niemanden, eine ehrliche persönliche Einschätzung dagegen schon.

Sicher empfehlen, auch wenn der Kunde selbst unsicher ist

Viele Kunden wissen selbst nicht genau, was sie suchen. „Etwas Trockenes, aber nicht zu schwer“ ist eine typische, wenig konkrete Aussage. Eine gute Schulung trainiert genau solche Situationen: mit gezielten Rückfragen den tatsächlichen Geschmack und Anlass herausfinden, statt einfach den teuersten oder bekanntesten Wein anzubieten. Wer hier sicher wirkt, wird als vertrauenswürdig wahrgenommen, und Vertrauen ist am Ende der stärkste Verkaufstreiber.

Kunden erinnern sich selten an den Wein allein. Sie erinnern sich daran, wie sicher und ehrlich er ihnen empfohlen wurde.

Einwände und Reklamationen als Chance nutzen

Zu jeder guten Schulung gehört auch der Umgang mit schwierigen Momenten. Dazu zählen typischerweise:

  • Preisliche Einwände, ohne sofort einen Rabatt anzubieten oder den Wein kleinzureden.
  • Reklamationen zu einer bereits gekauften Flasche, ruhig und lösungsorientiert statt rechtfertigend.
  • Vergleiche mit günstigeren Weinen aus dem Supermarkt, ohne den Kunden vor den Kopf zu stossen.
  • Direkte Unzufriedenheit mit dem Geschmack, mit einer echten Alternative statt nur einer Entschuldigung.

Wer solche Situationen im Training einmal durchgespielt hat, reagiert im echten Gespräch deutlich gelassener, und genau diese Gelassenheit überträgt sich auf den Kunden.

Zusatzverkäufe ansprechen, ohne aufdringlich zu wirken

Der Unterschied zwischen einem Zusatzverkauf und einem aufdringlichen Verkaufsversuch liegt im Zeitpunkt und im Bezug. Ein zweiter Wein, der thematisch zum ersten passt, etwa als Begleitung zu einem anderen Gericht, wirkt wie eine hilfreiche Ergänzung. Derselbe Vorschlag ohne Bezug, mitten im Bezahlvorgang, wirkt wie reiner Verkaufsdruck. Eine Schulung sollte genau diesen Zeitpunkt und diese Formulierung trainieren, damit Zusatzverkäufe als Service wahrgenommen werden und nicht als Taktik.

Wer sein Sortiment ohnehin gerade neu ordnet, findet ergänzend im Artikel Weinkarte gestalten Anregungen dazu, wie sich ein Sortiment so aufbauen lässt, dass solche Empfehlungen im Gespräch leichter fallen. Praktische Erfahrung im direkten Kundenkontakt sammelt Personal besonders gut bei kleineren Formaten wie im Artikel Weinverkostung organisieren beschrieben, oder bei größeren Anlässen wie im Artikel Events am Weingut.

Fazit: Warum regelmäßige Auffrischung wichtiger ist als eine einmalige Schulung

Eine einzelne Schulung verändert für ein paar Wochen etwas, danach schleichen sich alte Gewohnheiten zurück. Weinwissen veraltet mit jedem neuen Jahrgang, Gesprächssicherheit lässt ohne Übung nach, und neue Mitarbeitende brauchen ohnehin eine eigene Einführung. Eine kurze, regelmäßige Auffrischung, etwa einmal jährlich und vor größeren Verkaufsphasen, bringt langfristig deutlich mehr als eine einmalige, umfangreiche Schulung, die danach nie wieder aufgegriffen wird. Wer diesen Prozess strukturiert aufsetzen will, findet vertiefende Unterstützung auf der Seite Mitarbeiterschulungen.

Was unterscheidet Wein ausschenken von Wein verkaufen?

Beim Ausschenken beantwortet das Personal nur Fragen, die gestellt werden. Beim Verkaufen führt es das Gespräch aktiv, empfiehlt passende Weine und spricht Zusatzkäufe an, ohne aufdringlich zu wirken.

Wie oft sollte eine Mitarbeiterschulung im Vinothek-Verkauf wiederholt werden?

Mindestens einmal jährlich, idealerweise ergänzt durch kurze Auffrischungen vor der Saison oder vor größeren Events, da Wissen und Gesprächssicherheit ohne Wiederholung schnell nachlassen.

Braucht auch erfahrenes Personal noch Schulungen?

Ja. Erfahrung ersetzt keine regelmäßige Auffrischung, gerade bei neuen Jahrgängen, veränderten Sortimenten oder dem Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen bleibt Übung entscheidend.

Ihr Team soll aus jedem Kundengespräch mehr machen?

Im kostenlosen Strategiegespräch klären wir, welche Schulung zu Ihrem Vinothek-Team und Ihrem Sortiment passt.

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