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Events am Weingut: Von der Weinwanderung bis zum Winzerfest planen

Ein gutes Glas Wein erinnert man sich, einen guten Nachmittag am Weingut vergisst man nicht. Events gehören zu den wirkungsvollsten Möglichkeiten, Kunden dauerhaft an ein Weingut zu binden, wenn sie mit klarer Struktur geplant werden statt aus dem Bauch heraus.

Wer einmal am Weingut war, kauft vielleicht eine Kiste Wein. Wer einen Nachmittag dort verbracht, gelacht und mit dem Winzer gesprochen hat, kommt wieder und bringt beim nächsten Mal Freunde mit. Genau das ist der Wert von Events: Sie verwandeln einen einmaligen Kauf in eine Beziehung. Trotzdem scheuen viele Weingüter den Aufwand, weil die Planung unübersichtlich wirkt. Mit der richtigen Struktur ist sie das nicht.

Warum Events zu den wirkungsvollsten Kundenbindungs-Werkzeugen gehören

Ein Newsletter oder ein Instagram-Post erreicht Kunden auf dem Bildschirm. Ein Event erreicht sie mit allen Sinnen, mit dem Geruch des Kellers, dem Blick über die Weingärten und dem persönlichen Gespräch. Diese Erfahrung bleibt deutlich länger im Gedächtnis als jede Werbebotschaft, und sie ist der Grund, warum Gäste nach einem gelungenen Event öfter zurückkommen und öfter weiterempfehlen als reine Online-Kunden.

Events wirken zudem auf zwei Ebenen gleichzeitig: Sie stärken die Bindung zu bestehenden Kunden und gewinnen gleichzeitig neue, weil Gäste ihre Begleitung mitbringen. Wer beides mit einer einzigen Veranstaltung erreicht, arbeitet effizienter als mit den meisten anderen Marketingmaßnahmen.

Vier Eventformate, die sich am Weingut bewähren

Nicht jedes Format passt zu jedem Betrieb. Diese vier haben sich in der Praxis über verschiedene Betriebsgrössen hinweg bewährt:

  • Weinwanderung: eine geführte Tour durch die Weingärten mit Verkostungsstationen unterwegs, ideal für Gäste, die Bewegung und Natur schätzen.
  • Hoffest: ein größerer, offener Tag mit Verkostung, Essen und oft Livemusik, der auch Familien und Laufkundschaft anspricht.
  • Thematische Verkostung: ein kleineres, fokussiertes Format zu einem bestimmten Thema wie Jahrgangsvergleich oder Speisebegleitung, gut für treue Stammkunden.
  • Erntehelfer-Tag: Gäste helfen bei der Lese mit und erleben die Arbeit am Weingut hautnah, ein Format mit hohem Erinnerungswert bei überschaubarem organisatorischem Aufwand.

Eine klare Struktur macht den Unterschied

Die meisten Probleme bei Weingut-Events entstehen nicht während der Veranstaltung, sondern in der Planung davor. Eine klare Struktur bedeutet: ein festes Datum mit ausreichend Vorlauf, eine klare Zielgruppe für dieses eine Event, ein realistisches Zeitfenster für Auf- und Abbau und eine Person, die während der Veranstaltung den Überblick behält statt selbst am Ausschank zu stehen. Wer diese vier Punkte vorab klärt, reduziert den Stress am Eventtag erheblich.

Auch die Kommunikation im Vorfeld gehört zur Struktur. Ein Event, das erst zehn Tage vorher beworben wird, füllt sich selten. Wer Termine frühzeitig ankündigt und über Newsletter, Social Media und die eigene Website streut, gewinnt deutlich mehr planbare Anmeldungen.

Ein Event verkauft nicht nur Wein an diesem Tag. Es verkauft die Erinnerung, die den nächsten Kauf auslöst.

Events wirtschaftlich sinnvoll gestalten

Ein Event muss sich nicht selbst tragen, sollte aber auch kein reines Verlustgeschäft sein. Ein moderater Eintrittspreis, der teilweise auf den Weineinkauf vor Ort angerechnet wird, sorgt für zwei Dinge gleichzeitig: eine bessere Planbarkeit der Gästezahl und eine Vorauswahl an Gästen, die wirklich interessiert sind. Eine Vorbestellung, etwa über ein einfaches Online-Formular, hilft zusätzlich bei der Kalkulation von Speisen und Getränken.

Der eigentliche Umsatz entsteht meist im Verkauf vor Ort. Wer Weine nicht nur ausschenkt, sondern während des Events aktiv zum Kauf anbietet, mit klarer Preisliste und unkomplizierter Bezahlung, holt aus jedem Event deutlich mehr heraus als aus dem Eintrittspreis allein.

Geschultes Personal entscheidet über den Erfolg vor Ort

Selbst das beste Eventkonzept scheitert, wenn das Personal am Ausschank unsicher wirkt oder Fragen nicht beantworten kann. Gerade bei Veranstaltungen mit vielen neuen Gästen zahlt sich geschultes Personal doppelt aus, weil hier der erste Eindruck vom ganzen Weingut entsteht. Wie eine solche Schulung konkret aussehen kann, beschreibt der Artikel Mitarbeiterschulung im Vinothek-Verkauf. Wer bereits Erfahrung mit kleineren Verkostungen sammeln will, bevor größere Formate wie ein Hoffest angegangen werden, findet eine praktische Anleitung im Artikel Weinverkostung organisieren.

Fazit

Events am Weingut sind kein Nice-to-have, sondern eines der wirksamsten Mittel, um aus Erstkäufern treue Kunden zu machen. Wer ein Format wählt, das zum eigenen Betrieb passt, die Planung mit klarer Struktur angeht und den Verkauf vor Ort mitdenkt, holt aus jeder Veranstaltung deutlich mehr heraus als nur den Eintrittspreis.

Welches Eventformat eignet sich für den Einstieg am besten?

Eine thematische Verkostung ist meist der einfachste Einstieg, weil sie mit kleinem Aufwand planbar ist und sich gut wiederholen lässt, wenn sie gut angenommen wird.

Sollten Weingut-Events Eintritt kosten?

Ja, in den meisten Fällen. Ein moderater Eintrittspreis, der teilweise auf den Weineinkauf angerechnet wird, sichert die Planbarkeit und sorgt für Gäste, die wirklich interessiert sind.

Wie viel Vorlauf braucht die Planung eines Weingut-Events?

Für kleinere Formate wie eine Verkostung reichen oft vier bis sechs Wochen, für größere Veranstaltungen wie ein Hoffest oder Winzerfest sollten mindestens drei Monate eingeplant werden.

Ihr nächstes Weingut-Event soll wirklich etwas bringen?

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